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Experimente mit Gesteinen

der Liether Kalkgrube

Von Nils Wagner
und Tim-Justin Grebe

Beschreibung der Gesteine sowie unsere Kurzfassung

Liether Kalkgrube bei Elmshorn

Das rund 16 Hektar große Naturschutzgebiet bei Klein Nordende im Kreis Pinneberg ist ein sehr wichtiges Forschungsgebiet der Geologie. In den letzten 150 Jahren wurden dort Kalk, Ton, Sand und andere seltene Gesteine abgebaut. In dieser Zeit wurden geologische Formationen freigelegt.

Diese reichen bis in das Erdaltertum, ca. 225 bis 280 Millionen Jahre zurück. Die Erdschichten liegen normalerweise in Tiefen von 6-8 Kilometern. Das Naturschutzgebiet hat überregionale Bedeutung. In der Liether Kalkgrube haben auch seltene Tiere wie z.B. die Kreuz- sowie die Knoblauchkröte Heimat gefunden. 1991 wurde die Kalkgrube unter Naturschutz gestellt. 2006 wurde die Kalkgrube als nationales Geotop ausgezeichnet.

Der Salzstein des Werra-Anhydrites (Gipshut) sowie Zech-Kalkstein, Kupferschiefer, Braunkohle, Rotliegendes(lehmartiges Gestein) sind vorhanden.

Werra-Anhydrit

Die Überreste des Salzstockes (Werra-Anhydrit) sind ungefähr 80m lang, 30m breit und bis zu 4m hoch. Dieser Gipshut wurde aus ca. 6-8 km Tiefe hervor gepresst.

Das Werra-Anhydrit presste das Rotliegende und den Zech-Kalkstein mitsamt dem Kupferschiefer hoch. Der Gipshut wächst immer noch um wenige Millimeter, was aber durch die Verwitterung wieder ausgeglichen wird.

Der Salzstock hatte ursprünglich die Form eines Pilzes. Es wurden Fossilien im Gestein vermutet, daher wurde er teilweise zerstört. Im Gipshut wurde Marienglas gefunden. Das Werra-Anhydrit ist ca. 250-270 Millionen Jahre alt. Vom Material her entspricht der Salzstock der Liether Kalkgrube dem Segeberger Kalkberg. Der Begriff Anhydrit bezeichnet Kristalle oder kristallähnliche Gesteine.

Kalkspat

Kalkspat oder Calcit, ist eines der meist verbreiteten Minerale. Kalkspat ist chemisch gesehen Calciumcarbonat, also ein Calcium-Salz der Kohlensäure. Der Name Calcit kommt aus dem Griechischen beziehungsweise Lateinischen. Calcit hat die meisten Formen aller Minerale (über 600 Formen). Ebenfalls ist Kalkspat das am häufigsten zu findende Gestein bildende Mineral. Calcit hat eine Dichte von 2,7g/cm3.

Die chemische Formel lautet:

Kalkspat löst sich gut in säurehaltigem Wasser (siehe Säureversuch). Dadurch wird leicht zum Beispiel Kalkstein ausgelaugt, wodurch Höhlensysteme entstehen.

Die weitaus größten Calcitvorkommen gehen auf Meeresablagerungen zurück.

Dabei setzen sich die calcithaltigen Skelette und Schalen unzähliger kleiner Meerestiere wie etwa Muscheln und Korallen am Meeresgrund ab. Calcit ist im Zech-Kalkstein enthalten.

Kurzfassung unseres Projektes

Mit den Experimenten wollen wir herausfinden, wie sich die Gesteine der Liether Kalkgrube in Klein Nordende (zwischen Elmshorn und Tornesch) unterscheiden. Wir wollten auch sehen, wie die Gesteine auf verschiedene Belastungen reagieren. Mit diesen Versuchen fanden wir heraus, dass die Steine z.B. durch sauren Regen Schäden bekommen können. Bei dieser Versuchsreihe badeten wir die Steine in Säure. Ein anderer Versuch ist die Schockerwärmung. Bei diesem Experiment wollten wir feststellen, welche Probleme die Steine der Liether Kalkgrube bei einem plötzlichen Wechsel der Temperatur haben. In einer anderen Versuchsreihe haben wir die Dichte der Steine ermittelt.

Wir haben auch ein Experiment durchgeführt, bei dem wir die Steine auf einem Camping-Kocher erhitzt haben. Mit einem Strahler, der normalerweise für Solarversuche benutzt wird, haben wir unsere Steine beleuchtet und beobachtet, was passiert. Da uns auch interessierte, wie Mineralogen wie Friedrich Mohs die Gesteine der Liether Kalkgrube bewerten würden, haben wir sie nach Mohs Härtescala bewertet.

Rotliegendes

Das Rotliegende ist mit ungefähr 280 Millionen Jahren das Älteste Gestein der Liether Kalkgrube.

Zurzeit des Rotliegenden war in Schleswig Holstein ein Wüstenklima, sodass Rotliegendes durch Wüstensand und Salz entstand. Durch die Vertrocknung der Salzseen entstand Rotliegendes. Das Rotliegende wurde seit 150 Jahren als Ziegelstein genutzt und in der Nähe der Kalkgrube abgebaut. Das Rotliegende ist auch ein Zeitalter des Perm.

Zech-Kalkstein

Zech-Kalkstein ist ein kalkhaltiger Tonstein. Es ist weitgehend unter Sauerstoffabschluss stehende Meeresablagerung aus der Zechsteinzeit.

In diesem Gestein sind Metalle wie z.B. Kupfer, Silber und Zink vorzufinden.

Allerdings war die Kalkgrube etwas vom Meer entfernt, so ist nur sehr wenig Metall vorzuweisen ist.

Kupferschiefer

Der Kupferschiefer ist eine Schicht im Zech-Kalkstein (daher bezieht sich der Text vom Zech-Kalkstein auch auf den Kupferschiefer). In dem Gestein wurden Fossilien entdeckt. Der Kupferschiefer wird umgangssprachlich auch Stinkschiefer genannt, weil er, wenn man ihn gegen einen anderen Gegenstand reibt unangenehm nach Teer riecht. Optisch gleicht er dem rheinischen Schiefer.

Braunkohle

Braunkohle entsteht aus Torf. Die Braunkohle ist ein mit der Zeit unter bestimmten Bedingungen sich veränderndes Material. Der Torf entwickelt sich aber Braunkohle und Steinkohle zu Anthrazit. Diesen Prozess nennt man Inkohlung. Dabei wird der in Sumpflandschaften gebildete Torf von Meeresfluten überspült. Es entsteht Druck.

Durch diesen Druck verliert der Torf 75% des in ihm enthaltenen Wassers und wird zu Braunkohle. Bei der Inkohlung zur Steinkohle und zu Anthrazit ist der Prozess ähnlich, nur dass der Druck höher ist. Eine Inkohlung zur Steinkohle ist in der Liether Kalkgrube nicht möglich. Das Alter des Gesteins beträgt ca. 0.8-2.6 Millionen Jahre und ist somit das jüngste Gestein der Grube.


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